Der "Roland-R.-Wauer-Award" der DSKN

gewidmet Professor Dr. med. Roland R. Wauer -  Neonatologe, Hochschullehrer, Wissenschaftler, Förderer einer modernen Neonatologie, und vor allem ein leidenschaftlicher Kinderarzt

Die Deutsche Stiftung Kranke Neugeborene unterstützt Projekte, die den klinischen und wissenschaftlichen Austausch des medizinischen Nachwuchses auf dem Gebiet der Neonatologie fördert, umso auch künftig eine innovative Versorgung früh- und kranker Neugeborener zu sichern. 
 
Der Roland-R.-Wauer-Award. Im Geiste seiner Lehrerin Ingeborg Rapoport, der ersten Professorin für Neonatologie in Deutschland, gab Professor Wauer über Jahre hinweg Wissen und Erfahrungen an seine Schüler weiter. Er vermittelte, dass Respekt, Neugier und Verantwortung um die Nutzbarmachung neuer klinischer Erkenntnisse ein hohes Gut sind. Ein besonderes Anliegen war Prof. Dr. med. Roland Wauer immer die Nachwuchsförderung. Aus diesem Grund hat die Deutsche Stiftung Kranke Neugeborene zusammen mit der European Society for Paediatric Research (ESPR), den "Roland-R.-Wauer-Award" ins Leben gerufen.
Idee. Durch den "Roland-R.-Wauer-Award" ermöglichen die DSKN und die ESPR jährlich 2 Studierenden der Humanmedizin einen einmonatigen Aufenthalt in einer neonatologischen Klinik in Europa, die sich durch hervorragende klinische Versorgung und eine starke Forschung auszeichnet.
Zeitraum: Der Aufenthalt in der klinischen Einrichtung sollte im Zeitraum Juli-August 2021 stattfinden. Die genauen Zeiten können jedoch individuell abgestimmt werden.
Finanzielle Unterstützung. Die DSKN und die ESPR unterstützen den Auslandsaufenthalt des Stipendiaten mit € 1500. Diese sollen für Reise- und Wohnkosten verwendet werden.
Projektbegleitung. Der Stipendiat dokumentiert seinen Aufenthalt durch das Führen eines virtuellen Tagebuchs oder Blog. Der Stipendiat ist für den logistischen Teil des Aufenthalts verantwortlich. Er muss die Reise und ggf. Visa eigenständig organisieren und sich um eine Unterkunft kümmern.
Aufenthalt in der Einrichtung.  Die Stipendiaten haben die Möglichkeit, am klinischen Alltag einer neonatologischen Station in einem perinatologischen Zentrum zu hospitieren. Dabei können die Lernziele und Aktivitäten entsprechend des Ausbildungsstandes und der Vorkenntnisse zusammen mit dem lokalen Betreuer definiert werden. Die DSKN und ESPR setzen dabei ganz bewusst keinen Rahmen, sondern ermutigen die Stipendiaten, ihre individuellen Vorstellungen während des Aufenthaltes umzusetzen.
 
Die Kommission des Roland-R.-Wauer-Award

Stiftung 0632 Kopie                                          Charles Roehr
Prof. Dr. Mario Rüdiger                                            Charles Christoph Roehr, MD, PhD

Universitätsklinikum Dresden                                 Unversity of Oxford und Univ. of Bristol, UK

 Professor Roll                                            2                                        
Prof. Dr. Clauida Roll                                                   Dr. Brigitte Wauer

Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln                Berlin

 
Bewertungskriterien. Antragsteller sollten immatrikulierte Studierende der Humanmedizin an einer europäischen Universität sein.
 
Bewerbung. Sie können sich bewerben, indem Sie eine E-Mail mit den folgenden Dokumenten als PDF an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! senden
• Motivationsschreiben (1-seitig)
• Kurze Skizze, wie Sie Ihre Erfahrungen weitergeben möchten
• Ein Empfehlungsschreiben Ihres Dozenten/Studienfachbetreuer (falls verfügbar)
• Curriculum Vitae
Die Bewerbungsfrist endet am 30.04.2021.
 
Bewerbungskriterien. Seien Sie kreativ. Wir möchten Sie kennenlernen und wissen, warum Sie unbedingt einen Monat in einer neonatologischen Klinik verbringen wollen. Überzeugen Sie uns, dass Sie die oder der Richtige für den Roland-R.-Wauer-Award sind.
 
Bitte kontaktieren Sie uns unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wenn Sie noch Fragen haben.
 

Roland Reinhard Wauer wurde am 01.01.1942 in Treuenbrietzen geboren. Angeregt durch den Lateinunterricht in der Schule, beschloss Roland Wauer Medizin zu studieren. Sein vorklinisches Studium absolvierte er in Sofia, Bulgarien, sein klinisches Studium erfolgte dann an der Humboldt-Universität Berlin. Seine Facharzt-ausbildung in Pädiatrie begann er in Zittau, wo er seine Kindheit verbracht hatte. Sein dortiger Chefarzt, mit dem ihm ein reges Interesse an Innovationen und der Entwicklung neuer Geräte verband, war es dann auch, der ihn an Ingeborg Rapoport an die Berliner Charité empfahl, ein Wendepunkt in Roland Wauers Leben. In Berlin lernte er seine Frau Brigitte kennen, mit der er zwei Töchter bekam. Sein besonderes wissenschaftliches Interesse galt bereits zu dieser Zeit der „Perinatalen Lunge“, die auch den Forschungsschwerpunkt seiner Klinik über lange Jahre bestimmte. Das durch ihn initiierte Atemfunktionslabor für Neugeborene sollte bis zum Ende seiner aktiven beruflichen Tätigkeit als Klinikdirektor seine besondere Aufmerksamkeit erfahren. Dort gewonnene Erkenntnisse sicherten nicht nur eine bessere Versorgung Früh- und kranker Neugeborener, sondern flossen in viele Publikationen ein und regten stets zum fachlichen Austausch an. Immer offen für neue Ideen und konsequent in ihrer Umsetzung erkannte er in der gemeinsamen perinatalen Versorgung der Schwangeren und Neugeborenen unter intensiver Einbeziehung der Eltern die besten Voraussetzungen für ein gesundes Aufwachsen der Kinder. Ende der 90er Jahre wurde auf seine Initiative hin die erste Sozialpädagogin ausschließlich für die El-ternberatung in der neonatologischen stationären Versorgung in Deutschland eingestellt; 2006 wurde an der Charité erstmalig ein Kamerasystem (Baby-Watch) erfolgreich an einer deutschen neonatologischen Klinik installiert – die Familie sollte das neue Familienmitglied auch via Internet besuchen können.
Ein wesentliches Merkmal Roland Wauers Persönlichkeit war seine Fähigkeit, jungen Ärzten, Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen durch Fordern und Fördern die vielfältigen Möglichkeiten zur Erfüllung im Beruf und in der Forschung aufzuzeigen. Als Prodekan für wissenschaftlichen Nach-wuchs war er wesentlich an der Einführung der Juniorprofessuren an der Charité beteiligt. Wenn seine Schüler heute auf die gemeinsame Zeit mit Roland Wauer zurückblicken, dann haben sich die vielfältigen Facetten seines beruflichen Lebens tief eingeprägt. Als Lehrer hat er sein Wissen an Generationen von Kinderärzten weitergegeben. Als Wissenschaftler hat er gelehrt, dass Neugier und Verantwortung um die Nutzbarmachung neuer klinischer Erkenntnisse ein hohes Gut sind. Als Mensch hat er stets Achtung und Respekt im Umgang mit den sich ihm anvertrauten Patienten und deren Eltern vermittelt.


Im Gedenken an Prof. Dr. med Roland R. Wauer stiften die Deutsche Stiftung Kranke Neugeborene und die European Society for Paediatric Research (ESPR) den „Roland-R.-Wauer-Award“.