... Schock bei Früh- und Neugeborenen: Grundlagen, Diagnostik und Therapie mit PD Dr. Alexander Humberg!
- Schock ist Energiemangel auf zellulärer Ebene
- Ursache ist eine unzureichende Gewebeoxygenierung - nicht nur Blutdruckprobleme
- Weg vom rein blutdruckbasierten Ansatz hin zu funktioneller Echokardiografie
- Klinische Untersuchung allein erkennt nur 25% der Patienten mit schlechtem Cardiac Output
- Laktat-Werte über 3 mmol/l sind pathologisch und müssen venös kontrolliert werden
- Bei septischem Schock ist die frühe Antibiotikagabe wichtiger als frühes Volumen
- Volumentherapie sollte bei Frühgeborenen restriktiv erfolgen (20-40ml/kg)
- Lungensonografie kann zur Flüssigkeitssteuerung eingesetzt werden
Katecholamin-Therapie neu bewertet
- Dopamin wird nicht mehr empfohlen (erhöhte Mortalität vs. Adrenalin)
- Bevorzugte Medikamente: Norepinephrin (vasokonstriktiv), Dobutamin (inotrop), Adrenalin, Milrinon
- 4x1 mg/kg/Tag bei katecholamin-refraktärem Schock
- Wirkung nach 6-12 Stunden erkennbar
- Deutlich geringere Dosis als bei Nebenniereninsuffizienz
Individuelle Behandlungsstrategien sind wichtig
- Schockart bestimmen (kardiogen, distributiv, hypovolämisch)
- Echokardiografie erlernen für bessere Therapieentscheidungen
- Kombination verschiedener Katecholamine je nach Schocktyp
# Zusammenfassung der Diskussion nach Dr. Humbergs Vortrag zu Schock bei Früh- und Neugborenen: Die wichtigsten Punkte:
? Klinische Realität:
Therapieschema: Viele Kliniken starten mit Volumen + Hydrocortison, dann Noradrenalin ± Adrenalin
Hydrocortison-Einsatz: Frühe Gabe bereits bei beginnender Kreislaufinsuffizienz (nicht erst bei refraktärem Schock)
Echokardiografie: Noch nicht überall standardmäßig verfügbar - Kinderkardiologen unterstützen, aber Eigenständigkeit wächst
⚖️ Kontroverse Punkte:
Milrinon + Noradrenalin: Diskussion über "Bremse und Gas gleichzeitig" - Experte sieht es als "Doppelgas" bei schwerem Schock
Blutdruckzielwerte: Orientierung an Schwangerschaftswochen bleibt Standard trotz fehlender Evidenz
? Praktische Tipps aus der Diskussion:
Echokardiografie im Nachtdienst üben
Klinische Beobachtung bei Milrinon: Werden Kinder zu warm?
Individuelle Entscheidungen basierend auf Echo-Befunden
Fazit: Große Variabilität zwischen Kliniken, aber Trend zu früherem, differenzierterem Vorgehen erkennbar.
#Neonatologie #Schocktherapie
Die feto/neonatale Akademie beginnt jedes Jahr im Januar neu und findet jeweils Mittwoch von 17.30 - 18.45 Uhr statt.
Die Veranstaltung erfolgt als virtuelle Präsenzveranstaltung. Teilnehmer, die zu diesem Zeitpunkt verhindert sind, erhalten die Möglichkeit, die Aufzeichnung der jeweiligen Lektion anzuschauen. Der Zugangslink (Zoom) für die jeweilige Veranstaltung wird spätestens drei Tage vorher verschickt.
Für Partner des Zentrum für feto/neonatale Gesundheit ist die Teilnahme kostenlos. Für Teilnehmer anderer Einrichtungen fällt eine Teilnahmegebühr für den kompletten Kurs (1 Jahr) in Höhe von 200 € an, alternativ ist die Teilnahme an monatlichen Schwerpunktthemen möglich, hier fällt eine Gebühr von 20 €/Monat an.
Weiterbildungspunkte werden von der Sächsischen Landesärztekammer vergeben. DIe feto/neonatale Akademie wird in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) durchgeführt.
Weitere Informationen und Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
