08/10/2025
... Arterielle und venöse Hirninfarkt und Krämpfe beim reifen Neugeborenen mit PD Dr. Sandra Horsch!
Dr. Horsch erklärt in ihrem Vortrag die Diagnostik und Behandlung von Hirninfarkten und Krampfanfällen bei reifen Neugeborenen. Fokale Krampfanfälle, besonders des rechten Arms, sind typische Symptome für arterielle Infarkte, die 3-4 mal häufiger links als rechts auftreten und meist die A. cerebri media betreffen. Die Diagnose erfolgt mittels Schädelsonografie und MRT. Bei Sinusvenenthrombosen ist eine frühe Behandlung mit Heparin wichtig. Beide Erkrankungen treten meist in den ersten 48 Stunden nach der Geburt auf. Für arterielle Infarkte gibt es keine etablierte kausale Therapie, aber experimentelle Ansätze mit Stammzellen zeigen vielversprechende Ergebnisse. Bei Krampfanfällen bleibt Phenobarbital das Mittel der ersten Wahl.
Die fünf wichtigsten Informationen aus dem Vortrag von Sandra Horsch für Ärzte sind:
- Bei Neugeborenen mit Krampfanfällen muss neben Infektionen und Stoffwechselstörungen immer an arterielle Infarkte, Sinusvenenthrombosen und intrakranielle Blutungen gedacht werden. Die Schädelsonografie ist ein wichtiges Erstdiagnostikum am Bett.
- Arterielle Infarkte treten meist zwischen der 12. und 36. Lebensstunde auf, betreffen 3-4 mal häufiger die linke Seite und manifestieren sich typischerweise mit fokalen Krampfanfällen (z.B. Zucken des kontralateralen Arms).
- Sinusvenenthrombosen sollten mit Heparin behandelt werden (6 Wochen bis 3 Monate), während es für arterielle Infarkte keine kausale Therapie gibt. Vielversprechende experimentelle Ansätze mit Stammzellen werden aktuell erforscht.
- Phenobarbital bleibt das Mittel der ersten Wahl bei symptomatischen Krampfanfällen, besonders bei hypoxisch-ischämischer Enzephalopathie (80-90% Wirksamkeit vs. 28-35% bei Levetiracetam).
- Symptomatische Krampfanfälle benötigen meist keine Dauertherapie. Nach dem Loading mit Phenobarbital kann die Therapie beendet werden, wenn die Anfälle sistieren. Eine langfristige Epilepsie entwickeln nur etwa 10% der Kinder, wobei das Risiko stark steigt, wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen.
In der Diskussion nach dem Vortrag über arterielle und venöse Hirninfarkte bei Neugeborenen wurde ein interessanter Fall besprochen: Ein Neugeborenes mit akutem Abdomen (Malrotation) und einer unilateralen Hirnläsion. Dr. Horsch vermutete einen Perforator-Stroke statt einer Blutung und erklärte, dass diese oft eine gute Prognose haben, sofern bestimmte Hirnregionen nicht betroffen sind. Sie empfahl tägliche Sonografie-Kontrollen. Eine weitere Frage betraf typische Lokalisationen von Sinusvenenthrombosen. Dr. Horsch erklärte, dass der Sinus transversus am häufigsten betroffen ist, während symptomatische Thrombosen oft im Sinus rectus auftreten. Sie gab praktische Tipps zur sonografischen Darstellung und empfahl, diese Technik regelmäßig zu üben. #Neonatologie #Hirninfarkt #Neurosonografie #Sinusvenenthrombose
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Im Laufe eines Jahres werden wieder verschiedene Referenten die unterschiedlichsten Themen aus der Geburtshilfe und Neonatologie vorstellen und gemeinsam mit Ihnen besprechen. Jeder Monat steht unter einem anderen Schwerpunktthema und wird jeweils von einer Referentenin / einem Referenten bestritten. Zum Abschluss jedes Schwerpunktes haben Sie die Möglichkeit, Ihr Wissen online zu überprüfen. Einen Überblick über die Themen des aktuellen Jahrgangs erhalten Sie hier.
Die feto/neonatale Akademie beginnt jedes Jahr im Januar neu und findet jeweils Mittwoch von 17.30 - 18.45 Uhr statt.
Die Veranstaltung erfolgt als virtuelle Präsenzveranstaltung. Teilnehmer, die zu diesem Zeitpunkt verhindert sind, erhalten die Möglichkeit, die Aufzeichnung der jeweiligen Lektion anzuschauen. Der Zugangslink (Zoom) für die jeweilige Veranstaltung wird spätestens drei Tage vorher verschickt.
Für Partner des Zentrum für feto/neonatale Gesundheit ist die Teilnahme kostenlos. Für Teilnehmer anderer Einrichtungen fällt eine Teilnahmegebühr für den kompletten Kurs (1 Jahr) in Höhe von 200 € an, alternativ ist die Teilnahme an monatlichen Schwerpunktthemen möglich, hier fällt eine Gebühr von 20 €/Monat an.
Weiterbildungspunkte werden von der Sächsischen Landesärztekammer vergeben. DIe feto/neonatale Akademie wird in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) durchgeführt.
Weitere Informationen und Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
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